Drei Pfeile aus Papier als Kreislauf

10-Punkte-Plan für einen nachhaltigeren Alltag

Das Thema Nachhaltigkeit ist im Zusammenhang mit der Klimadebatte und Erderwärmung in den Medien präsenter denn je. Doch wie kann jeder Einzelne nachhaltiger leben? Anbei findest du zehn konkrete Tipps für deinen Alltag.

1. Nachhaltig essen

Unsere Ernährung spielt eine wesentliche Rolle beim Thema Nachhaltigkeit. Industrielle Tierhaltung verursacht signifikante Umweltschäden. Besonders Rinderhaltung schadet dem Klima, denn Kühe stoßen bei der Verdauung viel schädliches Methan aus. Weniger Fleischkonsum und mehr Verzehr von Obst und Gemüse schützt also unmittelbar die Umwelt. Das bedeutet nicht, dass wir alle Veganer und Vegetarier werden müssen. Schon ein bewussterer Konsum von Fleisch ist hilfreich, dient dem Tierwohl und bremst die Erderwärmung.

2. Guter Zug: Öffentliche Verkehrsmittel nutzen

Die Wahl unseres Transportmittels kann ebenfalls verantwortlich sein für einen großen Teil des CO2 Ausstoßes und dem Klimawandel auf der Welt. Wer beispielsweise mit seinem eigenen Auto zur Arbeit fährt, womöglich noch alleine, produziert deutlich mehr CO2-Emissionen als ein Bahnfahrer. Natürlich lässt es sich manchmal nicht vermeiden. Aber falls möglich, insbesondere in Großstädten, nutze die öffentlichen Verkehrsmittel und für längere Fahrten die Bahn. Auf Fliegen und insbesondere Inlandsflüge dagegen solltest du eher verzichten. Der Ausstoß von CO2 in großer Höhe macht das Fliegen besonders klimaschädlich. Interessant: In der Stadt und bei Reisen durch die Republik ist das Auto fast nie schneller und oft auch nicht günstiger als die Öffentlichen.

3. Plastik ist unsterblich

Ein kompletter Verzicht auf Plastik im Alltag fällt nicht leicht. Aber für viele Produkte gibt es umweltfreundliche Alternativen. Vermeidbar sind auf alle Fälle Wegwerfartikel wie Einweggeschirr und Einwegbesteck. Manche Verpackungen lassen sich ebenfalls durch Obstnetze oder eigene Aufbewahrungsdosen umgehen. Diese eignen sich übrigens besonders in den zahlreichen Unverpackt-Läden in Deutschland. In diesen Märkten ist das gesamte Sortiment lose und damit frei von Verpackungen. Gekauft wird lediglich die Menge, die man konkret verbrauchen kann. Hier eine Übersicht der Unverpackt-Läden in Deutschland.

4. Regionale Produkte machen Sinn

Regionale Nahrungsmittel haben gleich mehrere Vorteile: Zum einen sind sie gut für das Klima aufgrund kurzer Transportwege. Zum anderen schmeckt man den Unterschied, da sie erntefrisch verkauft werden. Durch den Austausch mit den Händlern entsteht eine persönlichere Verbindung zu den Produkten, die man konsumiert. Dadurch stärken wir als Konsumenten die regionale Wirtschaft und sichern so Arbeitsplätze. Und mal Hand auf’s Herz: Brauchen wir im Winter wirklich Weintrauben aus Chile oder Blaubeeren aus Argentinien?

5. Repariere oder lass reparieren

Wer kennt das nicht: Der Drucker oder der Scanner ist kaputt. Ein Klick – und schon ist ein neuer bestellt und auf dem Weg zu uns. Unser Konsum heizt unsere CO2-Bilanz an. Natürlich soll niemand auf seinem kaputten Drucker sitzen bleiben. Die wenigsten versuchen sich aber zunächst an einer Alternative: Nämlich das Geräte zu reparieren. Das hängt allerdings auch mit den eigenen technischen Fähigkeiten zusammen. Zwar ist nicht jeder selber technisch geübt, doch zum Glück gibt es die Möglichkeit Repaircafés zu besuchen. In diesen Cafés engagieren sich ehrenamtliche Techniker, die das Gerät untersuchen und - soweit möglich - auf Vordermann bringen. Anbei eine Übersicht über die Repaircafés in Deutschland und auf der ganzen Welt.

6. Spenden statt wegwerfen

Fast 13 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland im Müll. Heißt pro Kopf gerechnet: Jeder von uns wirft im Jahr im Schnitt 85 kg Nahrungsmittel weg. Statt übrig gebliebene Lebensmittel zu entsorgen, spende es mithilfe von Foodsharing und teile es mit Menschen, die es wirklich brauchen. Hier findest du eine Übersicht über Foodsharing Initiativen in deiner Nähe.

7. Secondhand ist smarter

Retro oder Vintage – moderne Begriffe für eine alte Idee. Secondhand hat heute Hochkonjunktur für verschiedenste Bereiche: Kleidung, Möbel, Spielzeuge, Elektrogeräte oder auch Bücher. Statt Produkte neu zu kaufen, kannst du mit Secondhand Ressourcen sparen und etwas für die Umwelt tun. Durch Flohmärkte und Secondhand-Läden sparst du zusätzliches Geld. Denn neu sind die Produkte deutlich teurer.

8. Zu Hause Energie sparen

Heizen verursacht CO2 und kostet Geld. Deshalb lohnt es sich hier doppelt zu sparen: Es ist gut für die Umwelt und bereichert die eigene Brieftasche. Dabei gibt es unterschiedliche Methoden: Programmierbare Heizkörperventile – zum Beispiel in Urlaubszeiten oder abhängig von Außentemperaturen – sind eine Möglichkeit, um Energie zu sparen. Sie schalten die Heizung nur dann an, wenn sie wirklich benötigt wird. Mache dich auch auf die Suche nach Stromfressern: Geräte, die alt und tendenziell wenig energieeffizient sind oder unnötigerweise ständig im Stand by-Modus bleiben. Der Kauf von energieeffizienten Geräten lohnt sich, denn laut WWF macht es 160 Kilogramm CO2 und 74 Euro im Jahr aus, wenn ein Kühlschrank der Effizienzklasse B durch ein „A+++“-Gerät ausgetauscht wird. Eine Übersicht über Energielabels und ihre Bedeutung findest du hier.

9. Upcycling-Produkte kaufen

Kompletter Verzicht auf bestimmte Produkte ist oftmals die nachhaltigste, aber nicht die praktischste Lösung. Manche Dinge brauchen wir einfach im Alltag. Doch eine bewusstere Wahl von Produkten ist bereits hilfreich. Upcycling, also Produkte, die aus nicht mehr nutzbaren Gegenständen hergestellt werden, ist eine sinnvolle Option. Papier und Pappe bieten zahlreiche Ideen: Schalen, Briefpapier und Mülleimer aus Papier sind nur einige Beispiele, die unkompliziert umsetzbar sind. Hier findest du weitere Upcycling-Produktideen.

10. Grüne Post

Auch bei Versand und Online-Shopping gibt es zeitgemäße Optionen. Bei einigen Versandhändlern gibt es die Möglichkeit die Ware im gebrauchten Karton zu bestellen. Eine Kartonverpackung ist umweltfreundlich, lässt sich bei Bedarf recyceln und kann mehrfach verwendet werden. Daneben bietet DHL einen GoGreen-Versand an, der einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz leisten soll. Erwäge zudem eine Sammelbestellung, statt jedes Produkt einzeln liefern zu lassen. Vielleicht auch gemeinsam mit Freunden oder Nachbarn. Besonders schlecht für die Öko-Bilanz sind Retouren. Wir wissen, die Verlockung ist groß. Aber wer ihr widersteht, tut definitiv Gutes.

Eine große Reise beginnt immer mit dem ersten kleinen Schritt. Deshalb ist dieser, auch wenn er zunächst winzig erscheinen mag, der Wichtigste. Durch Sensibilisierung für Nachhaltigkeit entsteht eine Regelmäßigkeit und das eigene Verhalten ändert sich im Laufe der Zeit. Ideal und am nachhaltigsten wäre der komplette Verzicht auf neue Produkte oder die Verwendung gebrauchter Gegenstände. Da dies allerdings nicht immer realistisch ist, empfiehlt sich der Einsatz von recycelten Produkten, die zurück in den Kreislauf gelangen. Falls das nicht möglich ist, dann sollte man zumindest darauf achten, dass das Produkt biologisch abbaubar ist. Ein Beispiel, wie das gelingen kann, ist unser täglicher Kaffeekonsum: Am nachhaltigsten wäre im Alltag ein wiederverwertbarer Thermobecher für unterwegs. Falls jedoch der Einsatz eines "Coffee to go"-Bechers nicht vermeidbar ist, dann empfiehlt sich einer aus Recycling-Papier, da der zu 100% recycelbar ist und zurück in den Kreislauf gelangt. Besteht der Becher nicht aus Recyclingpapier, ist normales Papier zumindest biologisch abbaubar und eine gute Alternative zu anderen fossilen Werkstoffen.

Brauchst du weitere Unterstützung? Eine bundesweite Anlaufstelle ist das RENN-Netzwerk. RENN unterstützt Akteure aus Zivilgesellschaft, Kommunen, Politik und Verwaltung, die zu einer nachhaltigen Entwicklung in Deutschland beitragen wollen. Dafür stärken und vernetzen sie Initiativen und Kompetenzen lokal, regional und bundesweit.

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