Frau schaut durch ein Loch in einer Papierwand

Im Check: Drei Mythen zum Rohstoff Holz

1. Papier lässt sich inzwischen auch ohne Holz herstellen.

Gras, Hanf, Baumwolle oder Bambus – es gibt viele tolle Alternativen zu holzbasiertem Papier. In Erfolg versprechenden Projekten testet die Papierindustrie, wie sich Pflanzenfasern aus Hanf oder Stroh in der Papierherstellung einsetzen lassen. Einige Unternehmen nutzen auch Milchfasern als Rohstoff.

Im industriellen Maßstab wird bislang aber überwiegend Holz eingesetzt, in einigen Produkten auch Gras. Was die Festigkeit seiner Fasern angeht, ist Holz bislang unschlagbar. Damit lassen sich stabile Papiere und Kartons fertigen, die im Anschluss auch noch super recycelt werden können. Holz kann zudem aus dem Ökosystem Wald entnommen werden, ohne das ökologische Gleichgewicht zu stören. In Deutschland nutzen wir den Rohstoff Holz sehr verantwortungsvoll. Die Recyclingquote hierzulande liegt bei 76 Prozent: Auf ein Viertel frische Holzfasern kommen drei Viertel Fasern aus Altpapier. Die frischen Fasern kommen alle aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

76% beträgt die Recyclingquote in Deutschland – das ist weltweite Spitze.

Verband Deutscher Papierfabriken

2. Die Papierproduktion gefährdet den deutschen Wald.

Nein, an diesem Mythos ist nichts dran. Holz ist ein Rohstoff, der nachwächst. Wird Holz in verantwortungsvoller Weise aus dem Wald entnommen, bleibt das ökologische Gleichgewicht erhalten. Die Holzfasern, die in Deutschland für die Papierherstellung genutzt werden, stammen alle aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern.

Das Stammholz ausgewachsener Bäume ist übrigens viel zu wertvoll für die Herstellung von Papier. Es wird für den Hausbau oder die Möbelfertigung verwendet. In der Papierproduktion kommen Sägewerksabfälle und sogenanntes Durchforstungsholz zum Einsatz. Bei der Durchforstung nehmen Forstwirte schwächere Bäume oder Windbruch aus dem Wald heraus. Das gibt den übrigen Bäumen bessere Wachstumschancen.

3. Für unser Papier wird Regenwald abgeholzt.

Auch dieser Mythos lässt sich entkräften. Der Zellstoff, den deutsche Papierproduzenten aus Ländern beziehen, die über Regenwald verfügen, stammt ausschließlich von kontrollierten Lieferanten, meistens aus Südamerika. Sie verwenden ehemals landwirtschaftlich genutzte Flächen, die nicht mehr produktiv genug waren. Regenwald wurde dafür nicht gerodet.

Die gesamte europäische Papierindustrie engagiert sich konsequent im Kampf gegen illegalen Holzeinschlag und hält sich streng an die Vorgaben der Europäischen Holzhandelsverordnung, die die Einfuhr von Holz oder Zellstoff aus illegalem Einschlag verbietet.

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